Wohin entwickeln sich die deutschen Immobilienmärkte?

Die PROJECT Gruppe zieht in Bezug auf die deutschen Wohnungsmärkte für 2016 ein positives Fazit – und blickt auch zuversichtlich auf 2017. Vor allem urbanes Wohnen entwickelt sich zu einem Magneten für Eigennutzer und Kapitalanleger. Die Anforderungen an städtisches Wohnen befinden sich allerdings im Wandel.

Für Deutschland war 2016 ein ereignisreiches Jahr. Ein historisch niedriges Zinsniveau, starke Preissteigerungen in den deutschen Ballungszentren, Wohnungsknappheit, Zuwanderung, Brexit. Die Dynamik auf dem deutschen Immobilienmarkt können insbesondere Immobilienentwickler bestätigen. Die PROJECT Gruppe, die Wohnquartiere in den Metropolregionen Deutschlands entwickelt und verkauft, wird das Jahr mit einem Rekordumsatz durch Wohnungsverkäufe im Wert von rund 250 Mio. Euro abschließen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Umsatz um mehr als 30% gesteigert werden.

Sehr gute Eigenkapitalquoten

Dass die Immobilienpreise in den deutschen Metropolen steigen, ist auch künftig zu erwarten. Neben einer Verknappung der Grundstücke resultiert dies auch aus verschärften Vorgaben an die Energieeffizienz. Ein Blasenpotenzial ist dennoch nicht erkennbar, denn die steigenden Verkaufspreise gehen einher mit wachsenden Mieten. Mit der Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) wirken die Banken einer zu leichtsinnigen Vergabe von Immobilienkrediten entgegen. Auch unsere Käufer finanzieren ihre Wohnungen mit sehr guten Eigenkapitalquoten, was für eine stabile Marktentwicklung spricht. Dank des nach wie vor niedrigen Zinsniveaus und des Mangels an alternativen Investmentoptionen bleibt die Immobilie auch 2017 ein attraktives Investment.

2- und 3-Zimmer-Wohnungen gefragt

Urbanes Wohnen hat sich derweil zu einem Magneten für Eigennutzer und Kapitalanleger entwickelt. Der nächste Supermarkt direkt um die Ecke, die Straßenbahn fußläufig erreichbar und gleichzeitig Ruhe und Erholung auf der großzügigen Terrasse mit Blick ins Grüne finden. Die Neubauimmobilie in zentraler Lage wird vor allem für beruflich erfolgreiche Singles und Paare mehr und mehr zum Statussymbol. Für Best Ager ersetzt die barrierefreie Wohnung in der Stadt nicht selten das zu groß gewordene Haus im Grünen. Ein Trend, den auch PROJECT beobachtet. Vor allem 2- und 3-Zimmer-Wohnungen wurden 2016 verkauft – eine Entwicklung, die auch für 2017 erwartet wird. Die Nachfrage nach 2- und 3-Zimmer-Wohnungen dürfte weiter steigen und die angebotenen Wohnungen werden sich flächenmäßig verkleinern. Auch die Nachfrage nach Microapartments sollte anhalten und es werden sich verstärkt flexible Nutzungskonzepte für kleine Wohnungen entwickeln.

Nachbesserung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie

Für 2017 hofft PROJECT auf eine Nachbesserung der WIKR. Durch das von uns angesprochene Käuferklientel und den hohen Anteil an Eigenkapital spüren wir aktuell nur geringe Auswirkungen der Richtlinie. Diese kompensieren wir durch höhere Kundenanfragen und optimierte Wohnkonzepte. Dennoch sollte das Einbinden von Wohneigentum in die Altersver­sorgung von durchschnittlich verdienenden Arbeitnehmern wieder vereinfacht werden. Auch beschleunigte Genehmigungsverfahren und Bebauungsplanverfahren sind wünschenswert. Nur so ist die erforderliche Anzahl an Wohnungen in den nächsten Jahren auch erreichbar. Angesichts der aktuellen Schritte der Bundesregierung für ein erleichtertes Baurecht und eine Verdichtung in den Ballungszentren sieht PROJECT aber dem kommenden Jahr positiv entgegen.

Quelle: ImmoCompact – Das Fachmagazin für die Immobilienwirtschaft 12/2016